Wer lange vergeblich nach einem Partner gesucht hat, hofft irgendwann auf höhere Kräfte. Nutzt das Gebet nicht, wird sich oft wieder irdischen Mächten zugewandt. Partneragenturen werben mit ihrem Fachwissen im Bereich der Persönlichkeitsanalyse, dem Fundament der professionellen Partnervermittlung.
Chantal, Kevin & Co.: Kindernamen als Herausforderung nach erfolgreicher Partnersuche
Wir alle haben einen: Der eine hat einen kurzen, der andere hat einen langen, der eine liebt ihn, der andere hasst ihn – auf jeden Fall haben wir alle eine Beziehung zu ihm. Die Rede ist natürlich von Vornamen. Unser Name begleitet uns auf unserem gesamten Lebensweg, manchmal in abgekürzter Form, manchmal im Ganzen, und prägt uns damit ein Stück weit.
Laut der neuesten Studien beeinflusst der eigene Vorname sogar die Einstellung des Gegenübers und die Art, wie dieser uns gegenübertritt. Demnach haben es die Träger bestimmter Namen sehr schwer, vorurteilsfrei und neutral von anderen angenommen zu werden, während man anderen automatisch positiv gegenübersteht. Natürlich sind diese positiven und negativen Namens-Assoziationen nicht universell: Je nach eigener Sozialisierung und je nach Zeitgeist sind unterschiedliche Namen gerade besonders beliebt oder besonders unbeliebt.
Namens-Trends
Dieses Phänomen äußert sich seit einigen Jahren konkret im sogenannten „Chantalismus“: Es handelt sich hierbei um einen Trend in sozial schwächeren Schichten, Kindern besonders 'exotische' Namen, wie zum Beispiel Cassidy Sandrine oder Stella-Summer, zu geben. Der umgekehrte Trend, der sogenannte „Emilismus“ tritt häufig in (gewollt) intellektuellen bzw. sozial stärkeren Kreisen auf. Hier werden bewusst besonders altmodische Namen wie zum Beispiel Karl, Johann oder Emma vergeben, um ein Kind namentlich von anderen abzuheben.
Bei diesen absolut gegensätzlichen Trends kann man sich gut vorstellen, was passiert, wenn sie aufeinandertreffen: wenn beispielsweise die kleine „Schantalle-Schakkeline in die Schule kommt und sich ihrer Klassenlehrerin, einer studierten Frau, vorstellt. Natürlich geschieht es meist unbewusst, aber oft haben es Kinder mit solchen Namen schwieriger, in der Schule oder später als Erwachsene in einem akademischen Umfeld akzeptiert zu werden. Ebenso interessant ist es, wenn sich ein Paar findet, in dem ein Partner eher dem Bildungsbürgertum angehört, während der andere einem klassischen Arbeiterberuf nachgeht. Sich in dieser Konstellation auf einen Namen für ein Kind zu einigen, scheint – zumindest nach den derzeitigen Trends in der Namensgebung – ein Ding der Unmöglichkeit zu sein.
Welchen Namen wählen?
Wenn beide Partner mit den jeweiligen (ausgefallenen) Vorschlägen des anderen nicht zufrieden sind, kann es natürlich passieren – und das wäre wahrscheinlich ein Glücksfall für das Kind – dass man sich letztendlich doch für einen weniger exotischen Namen wie Melanie oder Stefan entscheidet. Eine andere mögliche Lösung wäre es, den einen Partner den Namen des ersten Kindes wählen zu lassen und den anderen Partner den zweiten. Man stelle sich die Familie vor, in der der ältere Bruder Jaden James heißt und seine jüngere Schwester Emilia Margarete. Noch absurder wird es, wenn einer der Partner den ersten und der andere Partner den zweiten Teil des Namens desselben Kindes aussucht – denn auch Doppelnamen haben zurzeit Hochkonjunktur. Preston-Friedrich und Hildegard-Sheila werden es bestimmt nicht leicht haben.
Wer sich auf keine der Varianten einigen kann, hat auch noch die Möglichkeit, sich einen Namen selbst auszudenken. Hierbei sollte allerdings darauf geachtet werden, sich innerhalb der gesetzlichen Vorgaben zu bewegen – denn nicht jeder Name ist in Deutschland erlaubt.
Erlaubte vs. verbotene Vornamen
Die Entscheidungen der Behörden bezüglich neu eingetragener Kindernamen sind nicht immer sehr stringent. Welche Namen genehmigt werden und welche Namen man seinem Kind nicht geben darf, findet man tatsächlich nur heraus, indem man es einfach probiert. Vom Namenskundlichen Zentrum in Leipzig abgelehnte Namen sind zum Beispiel folgende:
- Bierstübl
- Gastritis
- Joghurt
- McDonald
- Möhre
- Satan
- Schnucki
- Störenfried
- Verleihnix
- Whisky
Während man gut nachvollziehen kann, warum diese Namen abgelehnt wurden, ist es doch schwierig zu begreifen, warum im Gegensatz dazu folgende Namen genehmigt wurden:
- Apple
- Bluna
- Champagna
- Ikea
- Klee
- Legolas
- Popo
- Precious
- Sonne
- Tarzan
Man sieht also: Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wer sich nicht zwischen den bisher vorhandenen Namen entscheiden kann, muss eben selbst kreativ werden und mit ein wenig Glück wird selbst der ausgefallenste Name genehmigt.
Was zählt, ist, dass die Eltern sich einig werden und die Partnerschaft nicht unter der Namenswahl leidet. Mit vereinter Kraft werden sie hoffentlich auch einzuschätzen wissen, ob das Kind ihnen später für ihre Bemühungen dankt. Eltern mit einer Vorliebe für besonders exotische Vornamen sollten sich jedenfalls gegen den einen oder anderen Vorwurf von ihrem Sprössling wappnen.

