Partnersuche kostenlos
Top 3 Partnerbörsen
Top 3 Singlebörsen
Home Magazin Gesellschaft Kontaktbörsen: Der Markt der einsamen Herzen

Kontaktbörsen - Markt einsamer Herzen

kontaktboersen

Jeder kennt die Worte Kontaktbörse, Partnerbörse, Singlebörse etc. Aber kaum jemand macht sich Gedanken darüber,...

was diese Komposita überhaupt bedeuten. Denn das Wort Börse impliziert natürlich einen irgendwie gearteten Markt, der einem wirtschaftlichen System ähnelt.

Auch der französische Autor Michel Houellebecq hat das erkannt und zu einem der zentralen Themen seines Romans 'Ausweitung der Kampfzone' (1994) gemacht.

Im Grunde kann man sich die Partnersuche wie einen großen Markt mit Angebot und Nachfrage vorstellen, innerhalb dessen sich jeder platziert. So makaber es auch klingt: Nach der These des Protagonisten dieses Romans hat jeder Mensch einen sexuellen Marktwert, den er steigern oder herabwerten kann. Wie viele Single Girls man also kennenlernt und mit wie vielen Frauen man schläft, hängt von gewissen Parametern und Wirkungen ab, die ähnlich wie in einem wirtschaftlichen System funktionieren.

Für Houellebecqs Protagonisten funktionieren Wirtschaft und Sex analog neben- und völlig unabhängig voneinander (außer in Extremfällen, in denen extremer wirtschaftlicher Reichtum auch ein aktiveres Sexualleben nach sich zieht).

"Der Sex, sagte ich mir, stellt in unserer Gesellschaft eindeutig ein zweites Differenzierungssystem dar, das vom Geld vollkommen unabhängig ist; es funktioniert auf ebenso erbarmungslose Weise. Auch die Wirkungen dieser beiden Systeme sind genau gleichartig. Wie der Wirtschaftsliberalismus – und aus analogen Gründen – erzeugt der sexuelle Liberalismus Phänomene absoluter Pauperisierung. Manche haben täglich Geschlechtsverkehr; andere fünf- oder sechsmal in ihrem Leben oder überhaupt nie. Manche treiben ist mit hundert Frauen, andere mit keiner. Das nennt man das "Marktgesetz"." (Houellebecq, Michel, Ausweitung der Kampfzone, Berlin 1999, S. 99.)


Kontaktbörsen wären in diesem Fall gewissermaßen die 'Auktionsplattform', auf der sich Angebot und Nachfrage begegnen.

Alles regelt sich durch Angebot und Nachfrage

Das pessimistische, leicht paranoide Weltbild von Houellebecqs Protagonisten, das die gesamte Gefühlswelt zu einem wirtschaftlichen System abstrahiert, ist eine polemische Übertreibung, wie der französische Autor sie liebt. Das Thema Kontaktbörsen wird bei ihm nicht direkt thematisiert, aber alles läuft natürlich darauf hinaus, dass der wirtschaftliche Charakter der Partnersuche in solchen Börsen besonders stark zum Tragen kommt.

Diese Ansichten sind zugegebenermaßen radikal. Allerdings ist die Grundidee nicht ganz falsch, was ja auch das Wort 'Kontaktbörse' bereits andeutet. Kontaktbörsen realisieren die Zusammenführung von Angebot und Nachfrage und erlauben dabei das Filtern nach bestimmten Kriterien: Man kann sich aussuchen, in welcher Altersstufe, in welcher Region und in welcher Bildungsschicht man sucht und bekommt nur noch dieses Angebot präsentiert.

So beschrieben mag das Konzept der Singlebörsen höchst unromantisch klingen. Tatsächlich ist es aber sehr praktisch und hat schon in vielen Fällen zur großen Liebe geführt. Denn direkt nach wichtigen Kriterien zu filtern erspart einem viele Umwege und Enttäuschungen. Im Grunde ist es viel einfacher, von Anfang an nach wichtigen Kriterien zu suchen und nicht erst mühsam den 'Markt' absuchen zu müssen, bis man jemanden findet, der zu einem passt.

Hinzu kommt, dass viele Kontaktbörsen kostenlos sind und man dank des Internets jederzeit und von überall darauf zugreifen kann. Auch wenn man also von einem Kontaktmarkt sprechen kann, der Ähnlichkeiten mit einer tatsächlichen Börse hat, hat die Partnersuche keinesfalls ihre prickelnden Emotionen und ihre Leidenschaft verloren - im Gegensatz zu Houellebecqs namenlosem Protagonisten. Denn jeder in der heutigen Zeit, selbst wenn er sich der 'Marktgesetze' bewusst ist, verspürt nach wie vor das gewisse Kribbeln, wenn er jemandem begegnet, der einem gefällt.
Und: Jeder Single, der Kontaktbörsen kostenlos nutzen kann, hat dies in der Regel auch schon getan. Das beweist, dass Kontaktbörsen ein legitimes Mittel zum Zweck sind, das schon in vielen Fällen zum Happy End geführt hat.